Widerruf Darlehen

Im Jahre 2009 sprach der Bundesgerichtshof seine ersten Urteile zu dem sogenannten ewigen Widerrufsrecht aus. Das diese Thematik fortan die Gerichte der gesamten Bundesrepublik mehr als beschäftigen würde, war zu dieser Zeit nicht absehbar.

Durch die Gesetzesänderung in 2016 ist der sog. Widerrufsjoker medial nicht mehr derart präsent, wie in den vergangen Jahren. Dies jedoch völlig zu Unrecht, da die Regelung des Gesetzgebers nur Darlehensverträge aus einem bestimmten Zeitraum betrifft.

Lediglich Immobiliardarlehensverträge, welche zwischen dem 2. November 2002 bis zum 10. Juni 2010 geschlossen wurden, konnten infolge der neuen gesetzlichen Regelung nur noch bis zum 21. Juni 2016 widerrufen werden. Haben Sie jedoch vor Ablauf dieser Frist den Widerruf erklärt, lassen sich Ihre Rechte auch weiterhin durchsetzen.

Verträge, welche in der Zeit vom 11.06.2010 bis zum 21.03.2016 geschlossen wurden, können weiterhin widerrufen werden, da diese oftmals nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Dies gilt ebenfalls für Verträge ab dem 21.03.2016. Allerdings ist hier die Frist von einem Jahr und 14 Tagen zu berücksichtigen.

Für die Ausübung des Widerrufes ist es zudem unerheblich, ob Sie Ihr Darlehen bereits abgelöst haben oder ob dieses noch valutiert. Ein Widerruf ist in beiden Fällen möglich.

Warum sollten Sie über den Widerruf Ihres Vertrages nachdenken? Hier einige der Vorteile, die sich aus dem Widerruf für Sie ergeben:

  • Sie kommen aus Ihrem Vertrag mit einem hohen Zinssatz vorzeitig heraus und können von den mittlerweile deutlich günstigeren Marktkonditionen profitieren
  • bei Verkauf Ihrer Immobilie fällt im Normalfall eine Vorfälligkeitsentschädigung an – nicht so, wenn Sie den Widerruf erklären
  • sofern Sie ein Darlehen nicht abnehmen, fällt eine Nichtabnahmeentschädigung an, die Sie ebenfalls durch einen Widerruf umgehen können
  • nach einem Widerruf muss die Bank Ihnen Zinsen, einen so genannten Nutzungswertersatz, i. H. v. bis zu 2,5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz auf Ihre Leistungen zahlen

Der Nutzen aus einem Widerruf kann dabei immens sein, nachdem die Verzinsung bei Immobiliendarlehen seit 2010 massiv gesunken ist. So lässt sich den Statistiken der Bundesbank entnehmen, dass ein Darlehen mit einer Zinsbindung von fünf bis zehn Jahren im Juni 2010 durchschnittlich mit 3,90 % pro Jahr zu verzinsen war. Im November 2016 lag der durchschnittliche Zins bei nur noch 1,43 %. In vielen Fällen wird dieser Wert sogar noch deutlich übertroffen, was bereits das Einsparpotential erkennbar macht.

Den Vorteil eines Widerrufs erläutern wir anhand des nachstehenden Beispiels:

Sie haben 2010 ein Darlehen über € 200.000,- in Anspruch genommen. Der auf fünfzehn Jahre gebundene Sollzinssatz beträgt 4,40 % pro Jahr. Sie haben eine Tilgung von 3 % der anfänglichen Darlehenssumme jährlich vereinbart. Hieraus resultiert eine monatliche Rate von € 1.233,33. Zusätzlich können Sie jährlich 5 % der anfänglichen Darlehenshöhe als Sondertilgung kostenfrei zurückführen.

 Am 01.02.2017 erklären Sie den Widerruf gegenüber der Bank. Nachdem Sie in jedem Jahr seit der Auszahlung des Darlehens, erstmalig am 31.12.2010 und sodann jährlich am 02.01. von Ihrem Sondertilgungsrecht Gebrauch gemacht haben, ist am Tag des Widerrufs ein Restdarlehen von € 61.051,62 vorhanden. Gezahlt haben Sie bereits € 177,433,07 an die Bank.

Am 01.02.2017 können Sie hier von der Bank einen Nutzungswertersatz (= Zinsen) in Höhe von € 10.736,62 verlangen.

Schulden Sie Ihr Darlehen nun mit einem Zinssatz von 1,10 % pro Jahr um, ohne den von der Bank gezahlten Zinsbetrag mit einfließen zu lassen, und behalten die bisherige Ratenhöhe bei, zahlen Sie im April 2021 Ihre letzte Rate in Höhe von € 841,62.

Bringen Sie von dem Restbetrag die Ihnen von der Bank gezahlten Zinsen in Abzug, zahlen Sie die letzte Rate in Höhe von lediglich noch € 737,05 bereits im Juli 2020.

Zum Vergleich:

Bei Fortführung des bisherigen Darlehens haben Sie im April 2021 eine Restschuld von € 4.553,63. Im Juli 2020 beträgt die Restschuld sogar € 15.305,26.

Der Widerruf kann Ihnen in diesem Fall damit eine Gesamtersparnis von bis zu

 € 15.305,26

einbringen.

Sollten Sie das Darlehen wegen des Verkaufs der finanzierten Immobilie vorzeitig ablösen wollen, können Sie durch den Widerruf eine Vorfälligkeitsentschädigung von € 4.162,39 sparen, sodass sich Ihr Vorteil auch hier auf ca. € 15.000,- belaufen würde.

Wir haben in den letzten vier Jahren mehr als 30.000 Verträge geprüft und die Rechte von Verbrauchern bundesweit außergerichtlich und gerichtlich durchgesetzt. Unser Team ist dadurch in dieser Rechtsmaterie spezialisiert und in der Betreuung von bundesweiten Mandaten geübt.

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