Immobilienkredit

Was bedeutet ein Widerruf?

Grundsätzlich haben Verbraucher die Möglichkeit die eigene Vertragserklärung, d.h. den Abschluss des Kreditvertrages zu überdenken. Gesetzlich vorgesehen ist hierfür eine Frist von 14 Tagen. Der Kreditvertrag wird dann als nicht abgeschlossen angesehen bzw. ggf. rückabgewickelt.

Diese Möglichkeit des Widerrufs besteht unter Umständen aber auch noch nach Ablauf der eigentlichen Widerrufsfrist. Dies bedeutet, dass der Vertrag durch die Bank auch noch Jahre nach Abschluss rückabgewickelt werden muss.

Welche Verträge sind widerrufbar?

Von der Möglichkeit eines Widerrufs sind grundsätzlich alle Immobilienkredite betroffen, die zwischen dem 11.06.2010 und dem 20.03.2016 abgeschlossen wurden.

Ein Widerruf ist dabei ausschließlich für Verbraucher möglich.

Im Rahmen einer geschäftlichen Tätigkeit abgeschlossene Verträge bzw. bei denen der Darlehensnehmer kein Verbraucher ist, können grundsätzlich nicht widerrufen werden.

Auch ist ein Widerruf von sogenannten KfW-Krediten in den meisten Fällen ausgeschlossen.

Warum ist ein Widerruf auch jetzt noch möglich?

Abweichend von der grundsätzlichen gesetzlichen Regelung ist der Widerruf eines Immobilienkredites auch jetzt noch möglich, wenn der Kreditvertrag fehlerhaft ist bzw. eine falsche Widerrufsinformation vorliegt.

Gerade im Bereich der Information des Verbrauchers über die notwendigen Pflichtangaben bzw. der Gestaltung oder Formulierung der Widerrufsinformation liegen viele Fehler der Banken und Sparkassen vor. Diese Fehler führen zu einer unzureichenden Aufklärung des Verbrauchers und damit zur Möglichkeit des ewigen Widerrufs des Immobilienkredites.

Welche Vorteile bringt der Widerruf?

Hier einige der Vorteile, die sich aus dem Widerruf für Sie ergeben:

  • Sie kommen aus Ihrem Vertrag mit einem hohen Zinssatz vorzeitig heraus und können von den mittlerweile deutlich günstigeren Marktkonditionen profitieren.
  • Nach einem Widerruf muss die Bank Ihnen Zinsen, einen so genannten Nutzungswertersatz, i. H. v. bis zu 2,5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz auf Ihre gezahlten Raten zahlen.
  • Sie sind lediglich verpflichtet einen marktüblichen Zinssatz für das in Anspruch genommene Darlehen zu zahlen, d.h. für den Fall das die gezahlten Zinsen damals zu hoch waren, erfolgt eine entsprechende Erstattung durch die Bank.
  • Bei Verkauf Ihrer Immobilie fällt im Normalfall eine Vorfälligkeitsentschädigung an – nicht so, wenn Sie den Widerruf erklären.
  • Haben Sie bei der Ablösung Ihres Kredites eine solche Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt, erhalten Sie aufgrund des Widerrufs diese unter Umständen erstattet.
  • Sofern Sie ein Darlehen nicht abnehmen, fällt eine Nichtabnahmeentschädigung an, die Sie ebenfalls durch einen Widerruf umgehen können.

Welche Nachteile hat der Widerruf?

Durch den Widerruf Ihres Immobilienkredites haben Sie keine Nachteile. Insbesondere wirkt sich ein solcher Widerruf nicht auf andere Verträge oder Ihre Schufa aus.

Wie reagieren die Banken auf den Widerruf?

Grundsätzlich ist zunächst mit einer Ablehnung des Widerrufs durch die Banken zu rechnen. Sicher ist es auch möglich persönlich das Gespräch zu suchen, erfahrungsgemäß reagieren die Banken aber mehr als zurückhaltend auf Anfragen ihrer Kunden.

Durch Einschaltung eines spezialisierten Anwalts und konkreter Begründung der Widerrufsmöglichkeit ist es oft möglich, Banken zum Einlenken zu bewegen. So konnten in den letzten Jahren bereits im außergerichtlichen Bereich viele Vergleiche mit Banken zugunsten unserer Mandanten geschlossen werden.

Wie reagieren die Gerichte?

Gerichte haben (bisher) die Kreditverträge bzw. die Möglichkeit zum Widerruf sehr unterschiedlich bewertet. Es liegen zahlreiche Urteile aus den vergangenen Jahren vor, die eine Widerrufsmöglichkeit verneinen, aber eine auch eine Vielzahl, die das ewige Widerrufsrecht bestätigen. Hierdurch konnten viele tausend Verbraucher in den letzten Jahren profitieren und so jeweils viele tausend Euro einsparen. Oft werden vor Gericht auch Vergleiche mit Banken geschlossen.

Durch das Urteil des EuGH vom 26.03.2020 ergeben sich nun aber neue, weitere Möglichkeiten! Der EuGH erklärte die Formulierung zum Fristbeginn in den von den Banken genutzten Widerrufsinformationen (den sogenannten Kaskadenverweis) für europarechtswidrig. Hierdurch ergibt sich die Möglichkeit, dass sämtliche Kreditverträge mit dieser Formulierung allein aufgrund dieses Fehlers weiterhin widerrufen werden können.

 

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