Seit Jahren urteilt der Bundesgerichtshof (BGH) immer wieder im Sinne des Verbraucherschutzes: Widerrufsangaben, die Verbraucher bei Abschluss eines Darlehensvertrages erhalten müssen „umfassend, unmissverständlich und für den Verbraucher eindeutig“ sein (Urteil vom 22.11.2016 – XI ZR 434/15). Dem schloss sich auch das Landgericht (LG) Hamburg an (Urt.v. 25.10.2017 – 325 O 345/16) an: Hiernach muss die Hamburger Sparkasse einen, bereits viele Jahre bestehenden Darlehensvertrag rückabwickeln und an den betroffenen Kunden eine Summe von knapp 77.000 Euro zurückzahlen.

Kunde erhält 77.000 Euro: Widerrufsinformationen müssen gesetzlichen Vorgaben entsprechen

Im Streitfall hatte der Kläger im Jahr 2011 einen Darlehensvertrag mit der Sparkasse Hamburg geschlossen, welchen er im Jahr 2016 schriftlich widerrief. Nachdem die Sparkasse dem Kläger mitteilte, dass ein Widerruf des Darlehens nicht mehr möglich sei, führte der Kläger mit anwaltlichem Schreiben aus, dass der erklärte Widerruf wirksam sei und er die Rückabwicklung des in Rede stehenden Darlehensvertrags verlange. Das Urteil des LG Hamburg ging zugunsten des Klägers aus: Nach Meinung der Richter hatte der Kläger „den Widerruf wirksam erklären können“. Die Widerrufsfrist sei nicht abgelaufen gewesen, da sie nicht zu laufen begonnen hatte. Grund hierfür seien mangelhafte Widerrufsbeleherungen seitens der Sparkasse bezüglich des in Rede stehenden Darlehensvertrages: Die bereitgestellten Widerrufsinformationen entsprachen nicht den gesetzlichen Vorgaben. Die Richter führten aus, dass der Kläger nicht alle notwendigen Informationen erhalten habe und zwar „erst recht nicht in der für Pflichtangaben vorgeschriebenen Form.“ Somit könne der Kläger „die von ihm bis zum Zeitpunkt des Widerrufs geleisteten Zahlungen herausverlangen.“ Die Sparkasse müsse außerdem zusätzlich Nutzungsentschädigungen aus den erhaltenen Zahlungen (Zins und Tilgung) in Höhe von knapp 4000 Euro an den Kläger leisten. Insgesamt belaufe sich die Summe, die die Sparkasse zahlen müsse auf knapp 77.000 Euro.

Fazit: Kunden werden geschützt – Rückabwicklung des Darlehens auch Jahre später möglich

Die Gründe dafür, einen bestehenden Darlehensvertrag vorzeitig beenden zu wollen, sind ganz unterschiedlich; oft kann dies zu Einsparungen von mehreren tausend Euro führen. Die Rückabwicklung des Darlehensvertrages gibt Verbrauchern die Möglichkeit, Anspruch auf Rückerstattung bereits geleisteter Zahlungen geltend zu machen – dies auch noch Jahre nach Abschluss des Darlehensvertrages. Wichtig für Verbraucher ist hier vor Allem zu wissen, welche Pflichtangaben für eine Widerrufsbelehrung gesetzlich vorgeschrieben sind. Oftmals werden Laien so dazu gezwungen, sich durch einen Paragraphen-Dschungel zu wühlen – um am Ende womöglich „klein beizugeben“. Da es beim Widerruf von Darlehensverträgen jedoch um viele tausend Euro geht, die der Verbraucher einsparen kann, lohnt es sich hier, Experten zu Rate zu ziehen. BERND Rechtsanwälte bieten Ihnen eine kostenfreie Erstprüfung Ihres Falls an: Nach Sichtung Ihrer Unterlagen, können wir Ihnen sagen, ob sich ein Weiteres Vorgehen für Sie lohnt. Sollten Sie sich dann dafür entscheiden, sich von uns vertreten zu lassen, setzen wir unser Wissen und unsere Erfahrung aus über 30.000 Verfahren für Sie ein. Sprechen Sie uns an – wir erarbeiten gern individuelle Lösungswege für Sie!

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